Traum aus der Kindheit

An dieser Stelle zeige ich Euch noch einige Fotos und einen Text  der so Mitte 2007 in der Heimkino Fachzeitschrift „audiovision“ unter o.a. Titel veröffentlicht wurde:

Das Kino von Andreas Leve beeindruckt mit spektakulärer Optik. Doch wenn es losgeht, ist sogar das vergessen..

So fängt echtes Kino an: Erst gehen hinten langsam die Lichter aus, dann ertönt ein Gong. Während der Vorhang nach und nach die Leinwand freigibt, erlöschen die Lampen vorn, und der Spielfilm beginnt. Was heute so spielerisch wirkt, war in Wirklichkeit jede Menge Arbeit, berichtet Heimkino-Besitzer Andreas Leve. Den Gong hat Andreas selbst abgemischt und auf eine CD gebrannt. Bevor der Kinoabend beginnt, steuert der Dortmunder die Film-DVD über alle Start-Hindernisse, wie Copyright-Warnungen, Menüs und so weiter; in dieser Position muss die Disc dann verharren, bis die Fernbedienung die entsprechenden Befehle sendet. Um beide Player in Ruhe vorbereiten zu können, hat Andreas sogar einen kleinen LCD-Vorschaumonitor im Regal montiert, so dass von diesen Vorgängen auf der Leinwand nichts zu sehen ist. Einmal in der Woche lädt Andreas Freunde per Internet-Blog in die „Kammerlichtspiele im Kreuzviertel“ ein, wie er sein Kino genannt hat. Dabei stellt er einige Filme zur Wahl und veranstaltet eine kleine Abstimmung. Manchmal kommen nur zwei oder drei Besucher, erzählt Andreas, „aber machmal reichen die Plätze auch nicht aus.“ Um es ganz perfekt zu machen, schwebt ihm jetzt eine interaktive Platzreservierung übers Internet vor, so dass die Freunde schon vorher wissen, wo sie sitzen.


Berufswunsch: Kino

Die Begeisterung fürs Kino begleitet den heute 48-Jährigen schon seit Kindertagen. Bereits als Sechsjähriger so erinnert er sich, gab er eigene Kinovorstellungen – damals noch mit einem Kinderprojektor, dem so genannten Dux-Kino. Als Teenager drehte Andras seine eigenen Filme, mit Super-8 einschließlich Schnitt, Nachvertonung und Projektion. Vom halbwüchsigen Vorführer und Hobby-Filmer war der Weg zum Berufswunsch Kameramann nicht mehr weit, doch aus verschiedenen Gründen klappte das dann doch nicht. So nahm Andreas mit einer Ausbildung zum Fotografen vorlieb. – um Bilder geht es schließlich auch da. Heute ist er als Grafiker mit einer kleinen Agentur selbständig. Schließlich war es ein Kunde, der ihn auf die Idee mit dem eigenen Kino brachte. Er bot Andreas nämlich einen gebrauchten Büro-Projektor an. Den kaufte der Dortmunder zwar nicht, sah sich daraufhin aber im Internet und in Zeitschriften nach einem besser geeigneten Gerät für Filmvorführungen um. So kam er schließlich auf einen Sharp-DLP, den er per Isco-Vorsatzlinse auf 16:9 trimmte – was ihn als optisch geschulten Menschen auf Anhieb überzeugte. Das war im Jahr 2002. Der eigene Kinoraum wäre aber dennoch nicht möglich gewesen, hätte nicht der Zufall mitgeholfen. Das  Appartment über Andreas’s Wohnung wurde frei, und er mietete es kurzerhand ebenfalls an – für seine schon erwachsenen Kinder, aber eben auch für seinen Traum vom eigenen Kino. Da sich darüber nur noch das Dach befindet, kann Andreas als sein eigener Nachbar oben ordentlich Dampf machen.

Kein Fernsehen mehr

Die Entwicklung der Hardware schritt allmählich voran. Der Sharp musste einem Marantz VP1S weichen, der wiederum Anfang 2007 durch den JVC DLA-HD1 ersetzt wurde. „Für mich war das“, erzählt der Dortmunder noch heute verwundert, „alsoob jemand im Bild das Licht angemacht hätte.“ Auf den 2,75 Metern Bildbreite, die Andreas Leinwand aufweist, brachte der Marantz-DLP einfach nicht genug Leistung, was aber erst im Nachhinein so richtig auffiel. Ein Tuch mit leichtem Gain aus dem Hause Spalluto tut ein übriges, damit die Bilder nun wirklich hell wie im Kino wirken. Andreas meint allerdings, einen leichten Hotspot zu erkennen, also eine Konzentration der Helligkeit in der Bildmitte, verursacht durch die Bündelung der Abstrahlung nach vorn.

Eine Rolle für den stark verbesserten Bildeindruck spielt sicher auch, dass zusammen mit dem JVC der Toshiba HD-DVD-Player HD-XE1 ins Haus kam, und etwas später auch eine Playstation3 um für alle neuen HD-Formate gerüstet zu sein. Noch aber dominiert in seinem Heimkino die DVD, gern aus den Kategorien Science Fiction und Fantasy, wofür Andreas „ein großes Faible“ hat. Aber auch ein guter Thriller oder Autorenfilme dürfen‘s sein. Zuletzt hat ihn die dänische Produktion „Adams Äpfel“ sehr beeindruckt. Nur eines kommt ihm nicht auf die Leinwand: Fernsehen. Ein entsprechender Empfänger ist nicht installiert, und Andreas vermisst ihn auch nicht: „Ich habe das Glotzen und Zappen ganz aufgegeben“, berichtet er. Seine Vorführungen haben einen Anfang – mit Gong – und ein Ende, danach sitzt er gerne noch mit seinen Freunden zusammen beim Popcorn und diskutiert über den Film. Oder mit seiner Familie, denn auch die Kinder haben ihre Wünsche ans Programm.

Vorbild: Café

Die Sitze stammen aus einem Dortmunder Kino, wo sie bei einer Renovierung für fünf Euro das Stück feilgeboten wurden. Andreas hat sie gereinigt und die vordere Reihe auf einer Bodenplatte verschraubt; die hinteren drei Sessel stehen leicht erhöht auf einem Podest, was gute Sicht auch in der zweiten Reihe garantiert. Die Sitze harmonieren farblich bestens mit dem unteren Teil der Wand, der ebenfalls in Rot gehalten ist. Die Idee zur Farbgebung kam dem Besitzer beim Gang ins Café um die Ecke – ein rot- grün-goldenes Kino jedenfalls ist schon etwas Besonderes. Ein ganz besonderer Gag sind die vier goldenen Tischchen, die sich von jedem Platz aus gut erreichen lassen. Eine kleine Lampe darauf erlaubt die Orientierung, wo das Getränk steht oder die Fernbedienung liegt. Kabel führen freilich nicht zu den Kästchen – der Strom kommt vielmehr aus schweren Bleiakkus. Alle drei bis vier Wochen müssen sie aufgeladen werden. Sie sorgen für ordentlich Gewicht; die Tischchen stößt so schnell keiner um. Auch wenn Andreas Leve behauptet, sehr viel aus Internet-Foren wie Beisammen.de oder aus Zeitschriften wie audiovision gelernt zu haben – diese pfiffige Lösung hat er sich garantiert selber ausgedacht.

 
 
 
 
 
 
hier der
4-seitige Bericht
als PDF (750kb)
 
 
 
 
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2 Kommentare zu “Traum aus der Kindheit

  1. Nicole Rabe sagt:

    Hallo Andreas
    Ich war eine von den 5 glücklichen Frauen, die gestern bei dir PINA sehen durften und komme gar nicht mehr heraus aus meiner Begeisterung, erstens natürlich für diesen großartigen Film, aber noch viel mehr für diesen wunderbaren Kinoraum! Vielen Dank.

    Liebe Grüße Nicole

  2. Gabi Kowalzik sagt:

    Hallo Andreas,

    ich kann mich meiner Vorgängerin nur anschließen. Es bleibt ein unvergessliches Erlebnis und vielen Dank. Liebe Grüße gabi

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